Studentische Beiträge: Geschichtswissenschaften

Die Architektur des IG Farben-Hauses
von Johannes Ahrens
Die Architektur des IG Farben-Hauses ist ein hart umkämpfter Erinnerungsort. In universitären Debatten beanspruchen zwei Gruppen jeweils die Deutungshoheit für sich: auf der einen Seite steht ein politisch aktiver Teil der Studierenden, auf der anderen Seite die Universitätsleitung. [Weiterlesen]

Erinnerungsort - das methodische Konzept
von Johannes Ahrens, Lena Martin, Katharina Müller, Svenja Schäfer, Hildegard Wolf-Krechel und Jörn Zimmermann
Der Begriff „Erinnerungsort“ ist Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch, weil er der Alltagssprache entstammt, aber von der Geschichtswissenschaft als Fachbegriff gebraucht wird, was zu Missverständnissen führen kann. Ein Segen ist er wegen einer Einfachheit, die der Wissenschaft gelegentlich abhanden kommt. [Weiterlesen]

Bild: CAMPUSERVICE
Begrüßungsveranstaltungen für Studienanfänger: Von der Immatrikulationsfeier zur „unistart: Begrüßung | Messe | Party“
von Janine Aures
Ein Schwur, eine Unterschrift, ein Händedruck. Was heute wie der sprichwörtliche Pakt mit dem Teufel klingt, war bis 1966 die Aufnahmezeremonie der Studierenden in die akademische Gemeinschaft, die Immatrikulationsfeier. [Weiterlesen]

Die Gründung der Universität Frankfurt und ihre Stifter jüdischer Herkunft
von Pascal Balló
Die Abschlussarbeit von Pascal Balló umfasst insgesamt 21 Abschnitte (plus vier Anhänge), die einzeln anwählbar sind:
2. Frankfurter Judentum im ausgehenden 19. Jahrhundert
3. Frankfurter Stiftungstradition und (jüdisches) Bürgertum
- Die Denkschrift Otto Kanngießers
- Der Gründungsprozess: Einführende Hinweise
- Der Gründungsprozess - Erste Phase (1895-1909): Die geographische und institutionelle Zusammenfassung
- Der Gründungsprozess - Zweite Phase (1909-1914): Die offiziellen Verhandlungen
- Der Gründungsprozess - Der Stiftungsvertrag vom 28.09.1912
- Eröffnung der Universität
4. Die Universitätsgründung und ihre jüdischen Stifter (1911-1914)
- Jüdische Stifter
- Nichtjüdische Stifter
- Anzahl der jüdischen und nichtjüdischen Stifter
- Finanzieller Anteil der Stifter
- Anteil des Bildungs- und Wirtschaftsbürgertums
- Wohnorte der Stifter
- Anteil der Konvertiten
Anhang
Die Goethe-Universität Frankfurt setzt bei der Rektoratsübergabe an Ernst Krieck auf die Wirkungsmacht des Rundfunks
von Monica Denz
Wie in zahlreichen anderen institutionellen (Bildungs-)Bereichen des sich etablierenden nationalsozialistischen Staates sollte die Gleichschaltung der Universität Frankfurt durch einen propagandistischen Amtsakt, die feierliche Amtseinführung des neu eingesetzten Rektors Prof. Dr. Ernst Krieck, demonstriert werden. Mit der Amtsübergabe des scheidenden Rektors Wilhelm Gerloff an Ernst Krieck am 23. Mai 1933 wurden ideologische nationalsozialistische Akzente gesetzt. [Weiterlesen]

Das IGF als militärisches Hauptquartier. Wie bauten die Amerikaner das Gebäude für ihre Zwecke um?
von Daniel Dudde
Nachdem das IG Farben-Haus nur 14 Jahre seinem ursprünglichen Zweck als Verwaltungssitz des Chemiekonzerns diente, wurde es 1945 durch die amerikanischen Streitkräfte übernommen. Hierbei zog der Oberbefehlshaber der US-Army in Europa, Dwight D. Eisenhower, in das IG-Farben-Haus und nutzte einen ehemaligen Sitzungssaal des IG-Konzerns im ersten Obergeschoss von Q3 als sein Büro. Bis zum Dezember 1994 war das IG-Farben-Haus damit der Arbeitsplatz für 3.000 Personen. Hierbei kam es schließlich auch zu einer veränderten Nutzung des Gebäudes. [Weiterlesen]
Warum sind Tondokumente ein wichtiger Zugang zur Geschichte?
von Jan de Fijter
Ohne genaue Kenntnis seiner Vergangenheit fehlt dem Menschen etwas Wesentliches in seinem Selbstverständnis. Die Erforschung seiner eigenen Geschichte ist also unabdingbar, wenn der Mensch sich selbst begreifen möchte. Daher nimmt die Beschäftigung mit der Geschichte in den Etats der westlichen Zivilisationen eine bedeutende Position ein. Der Zugang zum Studium der Geschichte erfolgt im Wesentlichen über Text- und Bildquellen. Dass auditive Quellen bisher fast völlig ausgeblendet wurden, ist umso bemerkenswerter, wenn man die Tatsache bedenkt, dass der noch werdende Mensch die Welt im Mutterleib zuerst über das Ohr wahrnimmt. [Weiterlesen]

Das Besatzungsstatut für die westlichen Besatzungszonen bzw. für die Bundesrepublik Deutschland
von Lisa Fissel
Seit 1947 wurde in Deutschland der rechtliche Status des Landes zunehmend diskutiert. Man war sich parteiübergreifend einig, dass eine Definition der rechtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Besatzungsmächten notwendig sei und forderte ein Besatzungsstatut. Dieses sollte jedoch nicht nur die rechtlichen Beziehungen definieren, sondern außerdem die Funktion einer vorübergehenden Verfassung bis zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages erfüllen bzw. eine solche erlassen werden, bevor eine neue staatsrechtliche Form Deutschlands geschaffen werden sollte. Von deutscher Seite wurden verschiedene Vorschläge für ein solches Besatzungsstatut erarbeitet, es war jedoch Aufgabe der Alliierten, das Besatzungsstatut auszuarbeiten und zu erlassen. [Weiterlesen]
Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main bis 1933
von Bedriye Gürel
Die Gründung der Goethe-Universität am 10. Juni 1914 war geprägt von dem Gedanken, eine unabhängige Lehranstalt ins Leben zu rufen. Bevor die Universität gegründet wurde, hatten Frankfurter Bürger im 18. und 19. Jahrhundert mehrere medizinische und naturwissenschaftliche Forschungsstätten ins Leben gerufen. Die Hochschule wurde als erste Stiftungsuniversität Deutschlands gegründet. [Weiterlesen]
Ernst Krieck und die Johann Wolfgang Goethe-Universität
von Bedriye Gürel
Ernst Krieck (*6. Juni 1882; † 19. März 1947) besuchte von 1898 bis 1900 das Lehrerseminar in Karlsruhe und unterrichtete danach als Lehrer im Volksschuldienst. Schon sehr früh beschäftigte er sich mit literarisch-philosophischen Studien, nahm jedoch Distanz zu idealistisch-humanistischen, individualistisch-liberalen sowie materialistischen Denk- und Bildungstraditionen. Seine Arbeit bestimmte die Suche nach weltanschaulicher Neuorientierung und Leitbildern für Kultur, Nation und Gesellschaft. [Weiterlesen]

Warum wählten die Amerikaner das IG Farben-Hochhaus als ihr Hauptquartier?
von Elzbieta Hartkopf
Das IG Farben-Hochhaus wurde am 29. März 1945 von Oberstleutnant Howard D. Criswell, dem ersten amerikanischen Militärkommandanten der Stadt Frankfurt, beschlagnahmt. Dort wurde zuerst ein provisorischer Stab der amerikanischen Militärregierung installiert, der ab Mai 1945 zum Hauptquartier der Allied Expeditionary Forces (SHAEF) und ab Juli 1945 zur obersten amerikanischen Kommandobehörde US Forces European Theater (USFET) umgewandelt wurde. Es stellt sich die Frage, warum die US-Streitkräfte im März 1945 das IG Farben-Gebäude in Frankfurt am Main zu ihrem Hauptquartier machten. [Weiterlesen]

Die mediale Kommunikation der RAF - erläutert am Beispiel der Berichterstattung nach dem Anschlag auf das IG Farben-Haus am 11. Mai 1972
von Maurice Heizmann
„Terrorismus ist primär eine Kommunikationsstrategie“, so der Soziologe Peter Waldmann. Diese Aussage zeigt, welche Bedeutung die Kommunikation für terroristische Vereinigungen hat. Um die Gesellschaft zu erreichen, um mit ihr zu kommunizieren, braucht der Terrorismus eine Plattform, die möglichst viele Menschen erreicht: Massenmedien wie Zeitungen. Der Terrorismus benötigt folglich die Medien, um seine Botschaft in die Gesellschaft zu tragen. Wie dies im Falle des Anschlags der Roten Armee Fraktion (RAF) auf das Hauptquartier des V. Korps der US-amerikanischen Streitkräfte in Frankfurt am 11. Mai 1972 geschah, soll im Folgenden erklärt werden. [Weiterlesen]

Der Kauf des IG-Farben-Hauses durch die Goethe-Universität
von Andriane Karzos
Das IG-Farben-Haus in Frankfurt am Main ist nicht schon immer ein Gebäude der Goethe-Universität gewesen, sondern weist eine geschichtsträchtige Vergangenheit auf. Im Jahre 1955 erwarb die Bundesregierung das Objekt für 39,5 Millionen DM von der Konkurrenzverwaltung des Konzerns und räumte den US-Amerikanern ein zeitlich unbefristetes Nutzungsrecht für das Gebäude ein. Mit dem Auszug der Amerikaner 1995 fiel das Gebäude wieder an den Bund zurück. Aber bereits im März 1994, mit dem Bekanntwerden der Auszugspläne der US-Army, entstand eine Debatte um die Folgenutzung des IG-Farben-Hauses. [Weiterlesen]

Der IG Farben-Prozess: Der IG-Vorstand vor Gericht
von Isabelle Kaufer
Im Jahr 1947 begann im Rahmen der Nürnberger Prozesse der sechste von insgesamt zwölf sogenannten „Nachfolgeprozessen“. Im Fall „United States vs. Carl Krauch et. al.“ waren neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Hauptangeklagten Carl Krauch 23 weitere IG Farben-Manager in fünf verschiedenen Punkte angeklagt. Im Juli des darauffolgenden Jahres kam das Gericht schließlich zu seinem Urteil: Elf Angeklagte wurden freigesprochen, die restlichen mit Gefängnisstrafen von eineinhalb bis acht Jahren verurteilt, wobei alle bereits 1951 wieder auf freiem Fuß sein sollten. Selbst der stellvertretende Chefankläger Josiah DuBois empfand die Strafen im Nachhinein als äußerst kurz [Weiterlesen]

Displaced Persons an der Uni: Litauische Studierende an der GU in den ersten Nachkriegsjahren
von Elisa Lecointe
In den ersten Nachkriegssemestern studierten nahezu genauso viele ausländische Studierende an der Goethe-Universität in Frankfurt wie heute. Ihr Anteil an der Studentenschaft betrug zwischen zehn und 13 Prozent - sie waren alle Displaced Persons. [Beitrag lesen]

Der »Kramer Stuhl«
von Lena Martin
Generationen von Frankfurter Studenten war der »Kramer Stuhl« kein Begriff. Der Stuhl war einfach ein Möbelstück, auf dem man im Studium eben saß. Erst mit dem Auszug aus den Gebäuden auf dem Bockenheimer Campus und dem Umzug auf den Campus Westend erlangten die Möbel Kultstatus. Dies gilt insbesondere für den Stuhl, der zum »Kramer Stuhl« und zum gesuchten Sammlerobjekt wurde. Und das, obwohl Kramer ihn nicht einmal selbst entworfen hatte. Umso mehr ist der Begriff damit ein Zeichen für die Aneignung durch eine Gemeinschaft. [Weiterlesen]

Die Synthese von Zweck- und Kunstform: Das IG Farben-Haus - Arbeitsstätte oder Machtzentrum?
von Jana Müller
Während der 1920er Jahre entwickelten sich bezüglich der Baukunst neue Tendenzen. So wurde der Historismus, dessen Charakteristikum insbesondere das Zitieren traditioneller Architekturstile darstellte, von der aufkommenden funktionalistischen Strömung herausgefordert. Diese propagierte ausdrücklich eine Unterwerfung der Form unter die Funktion, forderte Sachlichkeit und die Abwendung von den Zierformen und dem Repräsentationsbedürfnis des Historismus. Innerhalb dieser Disparitäten vollendete Hans Poelzig 1931 den Bau des IG Farben-Hauses. Dieses galt noch bis in die 1950er Jahre als modernstes Bürogebäude Europas. Dennoch: War das IG Farben-Haus wirklich radikal modern? Inwieweit stellte das IGF demnach einerseits ein Industriebauwerk im Verständnis des Funktionalismus dar und trägt andererseits Züge eines monumentalen Kunst- und Repräsentationsgebäudes? Inwiefern zeigt sich also im Poelzig-Bau die Synthese von Zweck-und Kunstform? [Weiterlesen]

Die Stiftungsuniversität – Die Gründungsgeschichte als Identitätsmerkmal der Goethe-Universität
von Katharina Müller
Am 18. Oktober 1914 sollte Kaiser Wilhelm II. die Frankfurter Universität feierlich eröffnen. Doch die Feier fand nicht statt, denn kurz zuvor hatte der Erste Weltkrieg begonnen. So nahm die Universität Frankfurt am Main ihre Arbeit in aller Stille auf.
In diesem Jahr aber, zum hundertsten Geburtstag unserer Uni, erinnern wir feierlich an ihre Gründung als Stiftungsuniversität. Denn diese historische Besonderheit, von privaten Geldgebern finanziert worden zu sein, ist heute noch wichtig für die hessische Hochschule. [Weiterlesen]
Erfahrungsbericht: Umgang mit historischen Tondokumenten
von Daniel Patzer
Beim Lesen der Modulbeschreibung dieses Moduls, zu Anfang des Semesters, konnte ich mir noch nicht sehr viel darunter vorstellen. Ich dachte mir, sich das Ganze anzuhören könnte sehr interessant werden, um später im Unterricht auch Tonaufnahmen als Medium für Quellen einsetzen zu können. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass die Arbeit mit Tonquellen, gleich den schriftlichen oder bildlichen Quellen, einer Interpretation bedarf, die eigenen Regeln folgt. Für mich waren Tonaufnahmen lediglich eine Möglichkeit, den Schülerinnen und Schülern durch Abwechslung den Unterricht ein wenig angenehmer zu bereiten. Durch die intensive Arbeit mit Tonquellen wurden mir die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten dieses Mediums erst bewusst. [Weiterlesen]
Kampfbund für deutsche Kultur
von Daniel Patzer
Über die Gründung des Kampfbundes für deutsche Kultur wurde bereits auf dem dritten Reichsparteitag der NSDAP im August 1927 diskutiert. Um die „geistig Schaffenden“ für die Partei zu gewinnen, sollte eine Nationalsozialistische Wissenschaftliche Gesellschaft gegründet werden. Ziel war es, das Bild der NSDAP als „putschistische Radau und Krawallpartei“ (Jürgen Gimmel) zu beseitigen. [Weiterlesen]

Die studentische Rot-Kreuz-Gruppe nach 1945
von Carsten Richter
Als Teil des Neubeginns nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg gründeten Frankfurter Studenten eine Gemeinschaft, die in Deutschland einzigartig war: die Rotkreuz-Studentengruppe. [Beitrag lesen]

Rückkehr zu den Wurzeln? Der Stiftungsstatus der Goethe-Universität als Erinnerungsort
von Svenja Schäfer
Sie ist etwas Besonderes: Die letzte Universität, die im Kaiserreich entstand, ist gleichzeitig die erste Stiftungsuniversität Deutschlands. Hundert Jahre später ist diese Besonderheit für die Identität der Hochschule noch immer so relevant, dass es sich bei dem Status „Stiftungsuniversität“ um einen Erinnerungsort der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt handelt. [Weiterlesen]
Die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte der Tonaufnahmen
von Eva Schmidt
Fast jeder kennt es. Man sitzt abends vor dem Fernseher und schaut zufällig eine Dokumentation, eine Reportage oder einen Spielfilm über ein historisches Ereignis. Es werden Szenen nachgestellt, Historiker interviewt, Schauplätze gezeigt und auch nicht selten originale Tonaufnahmen eingespielt. Gerade diese Tonaufnahmen verleihen dem Gezeigten einen Hauch von Authentizität. Welchen Weg Tonaufnahmen, besonders jene aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs, hinter sich haben, bevor sie ins Ohr des Zuhörers gelangen, erfährt dieser meist nicht. Doch nicht nur der Ton erzählt eine Geschichte, auch der erhaltene Tonträger selbst hat eine Historie, die es sich zu betrachten lohnt. [Weiterlesen]

Die IG Farben und die Zwangsarbeit im Dritten Reich: Das Lager Monowitz
von Maximilian Schramm
Die Verantwortung der IG Farben für Auschwitz ist bis heute ein Diskussionsthema. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, Hitler mit ihren Produkten stark unterstützt und Zwangsarbeiter für die Erzeugung derselben eingesetzt zu haben. Ehemalige Auschwitz-Gefangene behaupteten sogar, dass sich die IG Farben mit Hitler gegen den Frieden verschworen hatten. Wie setzte die IG Farben Zwangsarbeiter ein und behandelte sie?. Das Lager Monowitz wird dafür als ein konkretes Beispiel herangezogen. [Weiterlesen]

Steuerte die Konzernleitung der IG-Farben Hitlers Aufstieg entgegen? Anmerkungen zu Peter Hayes Industry and Ideology
von Philipp Schweizer
Zentral für Hayes Argument, die Konzernleitung der IG Farben habe dem Aufstieg Hitlers entgegen gewirkt, ist seine aus der Retrospektive interpretierte Firmenmentalität der IG Farben. Diese bestehe demnach aus vier Hauptmerkmalen. Philipp Schweizer setzt sich in seinem Beitrag kritisch mit Hayes' Thesen auseinander. [Weiterlesen]

„Am Wasser“: Die Nymphenplastik auf dem heutigen Campus Westend. Hintergründe, Geschichte und Mythos
von Daniel Seelbach
Auf dem heutigen Uni-Campus Westend thront über der Brunnenablage zwischen Casino und IG-Farben Haus die Bronze „Am Wasser“. Der weibliche Akt wurde von Fritz Klimsch geschaffen und von Prof. Erwin Selck der IG-Farben AG gestiftet. Um das Jahr 1945 verschwand sie von ihrem Sockel und tauchte 1956 vor dem Verkaufshaus C660 der Hoechst AG wieder auf. Wer war der Mann, der sie schuf? Warum verschwand sie von ihrem Platz und kehrte wieder zurück? Welche ähnlichen Werke schuf der Künstler? [Weiterlesen]

Beginn einer deutsch-amerikanischen Freundschaft
von Daniel Sittmann
Am 5. April 1948 landete eine Gruppe von sechs Professoren der Universität Chicago auf dem Frankfurter Rhein-Main Flughafen. Mit der Ankunft der Professorengruppe begann gleichzeitig der erste offizielle Universitätsaustausch zwischen einer deutschen und einer amerikanischen Hochschule nach dem Krieg. [Beitrag lesen]
Erfahrungsbericht: Transkriptionen von Tonaufnahmen
von Lars Stockmann
Eine Textquelle ist unkomplizierter zitierbar, in einer digitalen Version ist sie leicht zu durchsuchen und mit wenigen Abstrichen in Hinblick auf die Sprache online auch in wenigen Sekunden übersetzt. Es spricht also einiges dafür, gerade in der Geschichtswissenschaft mit Texten zu arbeiten. Und dennoch stellt der Ton als vergleichsweise sehr neue Quellenart eine Bereicherung dar. Ton vermittelt die Emotionen des Sprechers. Während dem Zuhörer einer Tonaufnahme eine zittrige Stimme oder Stottern auffallen und in die Bewertung der Quelle mit einfließen können, bleiben die nicht durch Worte, sondern Stimme übermittelten Inhalte dem Leser eines Textes meist vorenthalten. Selbiges gilt für Zuschauerreaktionen, Hintergrundgeräusche und vieles mehr. [Weiterlesen]

Der amerikanische Soldat aus der Sicht der westdeutschen Bevölkerung: Betrachtung auf Basis der „Civilian-Troops Reports“
von Hannah Tyler
Als im Jahre 1994 die letzten amerikanischen Truppen ihren Frankfurter Standort verließen, hielt der Frankfurter Oberbürgermeister Andreas von Schoeler eine Rede anlässlich des offiziellen Abschiedsaktes am Frankfurter Römer. Diese Rede, eine Lobpreisung auf die amerikanischen Soldaten, spiegelte eine populäre Meinung über die amerikanischen Besatzer wider: „Sie kamen als Sieger und wurden Freunde.“ Diese Aussage gleicht dem in Standardwerken gerne verwendeten Topos ‚Vom Besatzer zum Beschützer‘. Ist dieser Wandel, welchen die Autoren in die 1950er Jahre datierten, wirklich so einfach von statten gegangen? Wie war die Ansicht der westdeutschen Bevölkerung gegenüber den amerikanischen Soldaten in den 1950er Jahren? [Weiterlesen]
Analyse der Rede vom 22. März 1933 auf dem Frankfurter Römerberg
von Saraj Vainstain
Zu einer Rede gehört einiges mehr als der Text der Rede. Historiker des 20. Jahrhunderts haben sich bei der Redeanalyse auf diesen beschränkt. Will man jedoch eine Rede vollständig verstehen, dann gehört sehr viel mehr dazu. Der Redner selbst ist entscheidend, der Redeanlass, der Redeort, um nur einige zu nennen. Im Folgenden wird darauf eingegangen, welche Aspekte für die Analyse einer Rede von Belang sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ton. Was gewinnen wir durch den technischen Fortschritt und somit die Überlieferung des Tons dazu? Welchen Mehrwert hat eine Tonaufnahme bei der Analyse im Vergleich zu der Textfassung einer Rede? Geschehen wird dies am Beispiel der Rede, die Ernst Krieck am 22. März 1933 im Rahmen einer Veranstaltung des „Kampfbundes für deutsche Kultur“ auf dem Frankfurter Römerberg gehalten hat. [Weiterlesen]

Sechs Namen - eine Uni [Ausstellungskonzept]
von Erika Wagner
Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, Königliche Universität zu Frankfurt am Main, Universität zu Frankfurt am Main, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Karl Marx Universität, Goethe-Universität - sechs verschiedene Namen, eine Universität. Wie kam die Frankfurter Hochschule im Laufe ihrer Geschichte zu ihrem derzeitigen Namen? [Beitrag lesen]

Die Goethe-Universität zieht um – Eine Analyse der Reaktionen der „Betroffenen“
von Julia Wirth
Am 25. Juni 1996 begann für das I.G. Farben-Haus ein neues Kapitel in seiner wechselvollen Geschichte. Als nach fast 50 Jahren 1994 die amerikanischen Streitkräfte ihren Auszug aus dem Gebäude bekannt gaben, entbrannte eine heftige Diskussion über die angemessene Weiternutzung des ehemals ersten Hochhauses Frankfurts. Während sowohl für die Europäische Zentralbank als auch für das Frankfurter Polizeipräsidium das nationalsozialistische Erbe des Gebäudes ein unüberwindbares Problem darstellte, fand der Vorschlag des Universitätspräsidenten Werner Meißners, das Gebäude für die Buchwissenschaften der Goethe-Universität und somit als Ort der Aufarbeitung zu nutzen, bei Stadt und Land Unterstützung. [Weiterlesen]

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
von Hildegard Wolf-Krechel
Mit sechs Millionen Medien gehört die Universitätsbibliothek der Goethe-Universität Frankfurt am Main zu den größten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Ohne eine Universitätsbibliothek ist eine Universität gar nicht denkbar. Die Universitätsbibliothek ist das Gedächtnis der Wissenschaft. Sie ist der Wissensspeicher, der bisherige Forschungsergebnisse aufbewahrt und der Wissenschaft zur Verfügung stellt. Hier finden Studierende die Bücher, mit denen sie Hausarbeiten schreiben und sich auf Prüfungen vorbereiten können. [Weiterlesen]
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